Sie schließen Freundschaften, bekämpfen und versorgen einander, liefern uns wichtige Nährstoffe oder sind hochgiftig. Wurzeln schuften im Schatten, während sich Blüten in der Bewunderung sonnen. Dabei sind sie doch irgendwie das Herz der Pflanze im Untergrund. Höchste Zeit, der Wurzel ihre 5 Minuten wohlverdienten Ruhm zu schenken: Hier kommen 5 Fakten aus der wundersamen Welt der Wurzeln:

Zuerst ist da nur ein kleiner Hügel im Asphalt. Nach dem Frost vielleicht schon ein kleiner Riss, der immer größer wird. Die Kraft und Beharrlichkeit einer kleinen Löwenzahnpflanze ist unglaublich. Bald schon lugt ein erstes grünes Blatt aus dem grauen Boden. Schließlich steht da eine leuchtend gelbe Blüte.
Zu verdanken hat die Pflanze das ihren Wurzeln – sie schuften im Schatten während sich die Blüte in der Bewunderung sonnt und das gesamte Lob erntet. Wurzeln beschaffen die nötige Nahrung, damit Blumen ihre prächtigen, duftenden Blüten hervorbringen können. Damit der Baum fest verwurzelt in immer luftigere Höhen vordringen kann und die jungen Triebe munter sprießen. Hier erfährst du, was Wurzeln im Untergrund so alles treiben.

"Wurzeln schuften im Schatten während sich die Blüte in der Bewunderung sonnt."

1Freundschaften im Wurzelreich: das Wood-Wide-Web

Wurzeln haben es nicht leicht. Nicht nur, dass Sie im Untergrund die ganze Arbeit erledigen. Dazu haben sie es auch noch mit einer Vielzahl an Umwelteinflüssen zu tun: von Hitze und Kälte, besonders nährstoffarmen oder nährstoffreichen Böden bis hin zu Krankheitserregern. All das beeinflusst natürlich die Entwicklung und das Wachstum der Pflanze und den Aufbau des Wurzelsystems. Klar, dass man sich in so einem Umfeld Freunde sucht. Genau das tun manche Feinwurzeln von Bäumen und gehen eine Symbiose mit Pilzen oder Bakterien ein.

Über das Geflecht der Mykorrhiza, einem Bodenpilz, sind sie mitunter lose mit den Wurzeln der Nachbarbäume verbunden. Darüber können sie laut dem Förster Peter Wohlleben sogar miteinander kommunizieren: Er bezeichnet es als das Wood-Wide-Web. Starke Bäume versorgen schwächere oder jüngere mit Nährstoffen und Zucker – Bäume sind also richtig sozial. Und auch die Mykorrhiza will ihren Anteil: Als Gegenleistung für seine Dienste verlangt der Pilz einen Beitragl an der Zuckerlösung, die die Bäume aus der Fotosynthese gewinnen.

Bäume sind richtig sozial!

2Feindschaften im Wurzelreich: Kampf um die Nährstoffe

So sozial manche Pflanzen auch sind, so feindlich können sie auf der anderen Seite gesinnt sein – immerhin will jeder sein „Revier“ verteidigen. Chinesische ForscherInnen von der China Agricultural University in Peking fanden heraus, dass Reispflanzen bzw. ihre Wurzeln erkennen, ob sie es mit derselben Art, einer artverwandten Pflanze oder gar der Konkurrenz zu tun haben. Dementsprechend gehen sie entweder auf Angriff und wachsen in Richtung der anderen Wurzeln, oder lassen sich gegenseitig in Ruhe und geben einander möglichst viel Raum. In diesem Fall bringen die Pflanzen übrigens auch eine höhere Ernte ein.

3Die Metamorphose der Karotte

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Wurzelgemüse

Wurzeln erfüllen vor allem zwei Aufgaben: Sie versorgen die Pflanze mit Wasser und den darin gelösten Nährstoffen und dienen als Verankerung im Boden. Gleichzeitig helfen sie aber auch dabei, flexibel zu bleiben. Ändern sich die Umweltbedingungen, wandeln sich auch die Aufgaben der Wurzeln. Pflanzen mit ausgeprägter Pfahlwurzel können beispielsweise besonders viele Reservestoffe speichern. Orchideen oder Dahlien etwa haben dazu Wurzelknollen ausgebildet. In den unterirdischen Speicherorganen werden alle Nährstoffe gelagert, die die Pflanze braucht. Beim Wurzel- und Knollengemüse sind es essbare, unterirdische Knollen. Das kommt auch uns Menschen zugute: Wurzel- und Knollengemüse wie Karotten, Kartoffeln, Radieschen, Pastinaken oder Rote Rüben versorgen uns vor allem in den Herbst- und Wintermonaten mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen. Manche Wurzeln werden aber auch zu wasserspeichernden Organen, wie zum Beispiel die der Grünlilien.

4Wurzeln mit Herz

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Wurzeln in der freien Natur

Die Architektur des Wurzelsystems, auch Wurzelbild genannt, hängt sehr stark vom Boden ab, aber auch vom Alter der Pflanze. Bäume wie Tannen, Eichen oder Kiefern haben ein Pfahlwurzelsystem, bei dem eine senkrecht nach unten wachsende, dicke Hauptwurzel dominiert. Das Herzwurzelsystem, etwa von Buchen, Birken oder Linden, bildet am Wurzelstock mehrere, verschieden starke Wurzeln aus. Im Horizontalwurzelsystem wachsen die Seitenwurzeln waagrecht, eine Hauptwurzel haben nur junge Bäume. Das Senkerwurzelsystem ist eine Mischform, bei dem Senkerwurzeln senkrecht aus starken Horizontalwurzeln in den Boden wachsen. So zum Beispiel bei alten Eschen oder Fichten.

Auch die Taktiken zur Wasserbeschaffung unterscheiden sich: Tiefwurzler treiben ihre Pfahlwurzel in Richtung Grundwasser, Flachwurzler verlassen sich mehr auf das Wasser, das an der Oberfläche versickert. Herzwurzler schließlich wachsen in alle Richtungen – ihr Querschnitt zeigt eine Herzform.

 

5Kreischende und knackende Wurzeln

Besonders die Wurzel einer Pflanze fasziniert die Menschen mit ihrer speziellen Form und Wirkung seit Jahrhunderten: die Alraune. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen, ist hochgiftig und kann beim Verzehr zum Tod durch Atemlähmung führen. Dennoch wurde sie vor allem im Mittelalter als mächtige Zauberpflanze verehrt und gefürchtet, der oft gegabelte Pfahlwurzelstock der Alraune wurde gerne stark vermenschlicht dargestellt. Damals blühte auch der Handel mit Fälschungen: Rüben wurden so geschnitzt, dass sie aussahen wie Alraunen-Wurzeln. Angeblich stößt die Alraune einen markerschütternden Schrei aus, wenn man sie aus der Erde zieht. Auch wenn Wurzeln wohl kaum kreischen – Forscher von der ETH Zürich haben herausgefunden, dass sie beim Wachsen knacken.

(Autorin: Julia Kropik)

Veranstaltungstipp: Mittendrin in der Wurzelwelt

Neugierig geworden, was die Wurzeln so alles unter der Erde treiben? Eine Führung durch die Wurzelarena der Bio Forschung Austria bietet spannende Einblicke in das geheime unterirdische Leben der Wurzelsysteme verschiedener Pflanzen. Im Anschluss geht es noch in den "Garten der Vielfalt", wo du bestimmt die ein oder andere neue Nahrungsmittelpflanze entdeckst.

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Buch dir deinen Guide – Privat-Tour mit einem/r Nationalpark Ranger:in

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25. Jan. |
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Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

€ 320,- (Pauschalbetrag Ganztag), € 220,- (Pauschalbetrag halbtags)

Gibt es Beispiele für derartige Touren?
Ja, Sie können sich gerne hier (Link zu Buch dir deinen Guide auf der Website) einen Überblick über unsere Standard-Touren verschaffen. Sie können sich aber auch gerne einfach thematische Schwerpunkte, Routen oder Aktivitäten wünschen und wir organisieren eine:n genau für Ihre Bedürfnisse passende:n Ranger:in.

Ich möchte auch gerne eine:n Bergwanderführer:in oder eine:n Bergführer:in buchen – wo ist das möglich?
Bei schwierigen Wanderungen in alpine Gipfelregionen, Klettertouren oder Schitouren sollten Sie sich von Bergführer:innen oder Bergwanderführer:innen begleiten lassen. Die Kosten liegen bei Bergwanderführer:innen bei € 320,- pro Tag und bei Bergführer:innen ab € 480,- pro Tag, je nach genauer Anforderung. Wenden Sie sich gerne an uns, wir vermitteln Sie weiter.

Öffentliche Verkehrsmittel

Österreiche Bundesbahn: www.oebb.at
Verbundlinie Auskunft: www.verbundlinie.at

Reisen Sie zu unseren Veranstaltungen, wenn möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an oder benützen Sie im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99). Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 6,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen finden Sie hier. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse finden Sie hier.

 

Wieso sieht der Wald hier so wild aus? Und was genau macht diesen kleinen blauen Käfer besonders? Unsere Ranger:innen gehen bei einer exklusiven Führung auf Ihre Fragen ein und vermitteln dabei das Herzensanliegen unseres Nationalparks: die Werte der Wildnis. Unsere Ranger:innen stimmen ihre Führungen individuell auf Ihre Wünsche, Vorstellungen und Interessen ab.

Wenden Sie sich an das Informationsbüro in Admont und wir vermitteln Ihnen gerne eine:n erfahrene:n und bestens geeignete:n Nationalpark Ranger:in. Anfragen unter der Tel: +43(0)3613/21160-20; info@nationalpark-gesaeuse.at, oder Sie nutzen die direkte Buchung: einfach Datum auswählen, Halb- oder Ganztag und los geht´s. Alles andere übernehmen wir für Sie.

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Wabenbau aus Wachs

Grundkurs für den Imkereieinstieg - LFS Warth

26. Jan. |
Niederösterreich
Veranstalter: Verein Land-Impulse

„Wie kann ich in die Imkerei einsteigen?“, lautet eine häufig gestellte Frage an die Projektbetreuerinnen. Interessierte an der Imkerei können ohne Vorkenntnisse einen 8-stündigen Grundkurs besuchen und sich selbst ein Bild machen, ob Sie für die Betreuung von Bienenvölkern geeignet sind. In diesem theoretischen Teil der Grundausbildung bekommt der/die ImkerneueinsteigerIn einen Einblick zu den Themenbereichen persönliche Eignung, Anschaffung von Imkereibedarf, Völkerführung im Jahreskreislauf, Leben der Biene, Bienenprodukte, gesetzliche Bestimmungen und vieles mehr, in einfacher Form vermittelt. 

 

Weiterer Kurstermin in Warth: 26.01.2026 

Lehrmaterial beim Grundkurs

Eine eigens für ImkeranfängerInnen erstellte, ca. 100-seitige laufend aktualisierte Unterlage dient als Nachschlagewerk und umfasst alle behandelten Themen aus Grund- und Praxisschulungen sowie Preistabellen für imkerliche Gerätschaften, zahlreiche Bilder, Skizzen und nützliche Adressen verschiedenster Betriebe und Verbände. Zu den Lehrmaterialien zählt auch die Doppel-DVD „Ein Bienenjahr - Ein Imkerjahr“, die an die Teilnehmer der Grundschulung ausgeteilt wird.

Oft steht der Eigenbedarf im Vordergrund. Wer die Vielfalt und den Nutzen unserer Bienenprodukte kennt, wird sie ein Leben lang zu schätzen wissen. Der nachhaltige Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen gewinnt immer mehr an Bedeutung – die Imkerei kann dazu einen Beitrag leisten. Ob es sich um das selbst abgefüllte Höniggläschen, die herrlich duftenden Adventkerzen oder die eigens kreierte Propoliscreme in der Hausapotheke handelt, all diese Rohstoffe haben sich schon unsere Vorfahren zu Nutze gemacht. Die Tendenz zum Selbstversorger greift nun auch im urbanen Lebensraum immer mehr um sich und das freut nicht nur den Direktvermarkter, sondern auch all jene, die Regionalität und Tradition „groß“ schreiben.

Wer um eine fachliche Fortbildung bemüht ist, kann sich in sechs möglichen Praxisschulungen (jeweils 4-stündig) weiterbilden. Ein kompetentes Referententeam, bestehend aus vielen namhaften ImkermeisterInnen und Vortragenden, betreut insgesamt 10 Kursstandorte in Niederösterreich an denen diese Themen angeboten werden:

P1- Praxisgrundlagen; P2- Erweiterungsschritte im Bienenvolk; P3- Schwarmverhinderung und Jungvolkbildung; P4- Honigernte; P5- Varroabehandlung und P6- Herbstrevision;

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